Meine Begleithundeprüfung
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Hallo, hier ist wieder mal Dusty.Ich muss Euch unbedingt etwas erzählen:

Am Sonntag, den 27.10.02 ist Frauchen schon in aller Herrgottsfrühe aus dem Bett gestiegen. Es war so um die 4.15Uhr, was mich besonders gewundert hat, denn erstens war es auf einem Sonntag und zweitens stehen wir normalerweise immer so gegen 6 Uhr auf! Das konnte nur heissen: Wir fahren mal wieder in Urlaub, juchhe!!!!
Aber komischerweise hatte sie gar keine Koffer gepackt, nur einen Rucksack mit nur MEINEN Sachen,.... Spielzeug, etwas Wasser, Futter und jede Menge Papierkram. Was sollte das schon wieder????? Sollte Sammy etwa nicht mit uns in Urlaub fahren? Sehr eigenartig!!!


Auch ins Auto wurde nur wieder ICH reingesetzt, Sammy stand mit Herrchen und betretener Miene am Tor und schaute unseren Rücklichtern hinterher. Nach ca. 1 Stunde Fahrt hielt Frauchen an und ich durfte raus. Komisch, roch sehr stark nach anderen Hunden hier. Sollten wir zu einem Hundehotel gefahren sein?

Egal, ich durfte erst einmal ausgiebigst rennen und schnüffeln, dann ging es wieder Richtung Auto. Und wieder stieg mir der starke Duft von anderen Hunden in die Nase. Ach, jetzt sah ich es auch....wir waren zu einem Hundeplatz gefahren. Sollte heute etwa DER TAG sein? Sollte ich heute meine Begleithundeprüfung ablegen, für die Frauchen und ich seit Wochen beim 1. Agilityverein Landshut mit unserer Trainerin Magda Reiter intensivst geübt hatten?

Ich erkläre Euch erst mal, was es mit dieser BEGLEITHUNDEPRÜFUNG auf sich hat......Dazu gehört:

1. Eine SACHKUNDEPRÜFUNG des Hundehalters. Es werden auf einem Fragebogen verschiedenste Fragen rund um den Hund(Anatomie, Recht, Verhalten, usw.) gestellt.

2. UNTERORDNUNG auf dem Hundeplatz. Dabei müssen Hund und Hundeführer verschiedene Übungen bewältigen, z.B.

a.) Leinenführigkeit
des Hundes unter Beweis stellen, indem man mit dem Hund an der Leine unterschiedliche Laufgeschwindigkeiten (Normalschritt, Laufschritt, langsamer Schritt) bewältigen muss und auch mehrere Winkel nach rechts und links laufen muss, wobei der Hund immer dicht neben dem linken Knie des Hundeführers laufen sollte. Ebenso muss eine, sich bewegende Personengruppe durchlaufen werden, mit mindestens einer kompletten Achterfigur und der Hund muss sich ohne Einwirkung des Hundeführers in der Gruppe setzen, wenn der Hundeführer stehen bleibt.

b.) Freifolge,
d.h. die ganze Übung noch einmal, aber diesmal ohne Leine.


freifolge


c.) Sitz aus der Bewegung.
Dabei wird der Hund nach ca. 10 Schritten ins "Sitz" gerufen, ohne dass der Hundeführer seine Schrittfolge unterbricht und nach ca. 30 Schritten sich zum Hund umdreht, um dann auf Anweisung des Richters wieder zum Hund zurückzukehren.

d.) Platz aus der Bewegung
mit anschliessendem Vorsitzen. Hier wird der Hund nach ca. 10 Schritten ins "Platz" gerufen. Der Hundeführer geht dabei ohne Unterbrechung ca. 30 Schritt weiter, dreht sich dann um und ruft auf Anweisung des Richters seinen Hund mit "Hier" zu sich. Der Hund sollte dann freudig und ohne zögern zu seinem Hundeführer laufen und dicht vorsitzen. Danach wird der Hund wieder in die Grundstellung gerufen, d.h. Hund sitzt neben dem linken Knie des Hundeführers.

padb

vorsitzen

e.) Ablegen des Hundes.
Der Hund wird mit "Platz" abgelegt und der Hundeführer entfernt sich ca. 30 Schritte und steht mit DEM RÜCKEN zum Hund, während ein 2. Team (Hund und Führer), die Unterordnungsübungen a bis d vorführen.


Soweit die Theorie!


Ich habe die Übungen auch gut hinter mich gebracht, allerdings sind wir Shelties ja für ein wenig Abwechslung und so habe ich ein paar "Extras" in meine Übung eingebaut. Dazu gehörten Erschnüffelung von Mäusegängen, kurzzeitiges, gelangweiltes Ablegen während der Sitzübung und als "Krönung", die Beobachtung eines hinter dem Zaun befindlichen Langhaardackels (vielleicht war es ja mein Freund Jerry???), wobei ich natürlich meine Platzposition bei der Ablegeübung kurzzeitig in eine Sitzpostion umwandelte, aber ohne meinen Platz zu verlassen. Als der Dackel dann mein Sichtfeld verliess, habe ich mich dann auch wieder in die Platzposition begeben, weiss ja, was sich so gehört :-))


Komischerweise wurden aber gerade diese besonderen "Showeinlagen" meinerseits von der Richterin bemängelt, obwohl ich mir doch soooooo besondere Mühe gegeben habe, damit es ihr gefällt. :-)) Aber wir haben die Unterordnungsübung trotzdem bestanden. Ich konnte förmlich hören, wie die Felsbrocken von Frauchens Herzen geplumpst sind, als die Richterin uns gratulierte.

Danach mussten wir noch den sogenannten VERKEHRS- UND VERHALTENSTEST bestehen. Ich musste z.B., ohne Leine mein Frauchen in einer dichtgedrängt stehenden Menschenmenge aufsuchen, ebenso in der Menge "Sitz" und "Platz" machen, meine Tätowierungsnummer im Ohr anschauen lassen, bei einem Spaziergang dann Jogger und Radlfahrer unbehelligt passieren lassen, ebenso vorbeilaufende Hunde. Auch wurde ich an einem Supermarkt angebunden und musste dort auf die Rückkehr meines Frauchens warten, obwohl andere Hunde und deren Frauchen vor meiner Nase herumliefen. Ebenfalls wurde die Überquerung einer Strasse allein und in der Gruppe getestet.

Verkehrsteil


Dabei hatte ich aber überhaupt keine Schwierigkeiten, Frauchen hat dies ja seit Welpenbeinen mit mir geübt.

Plötzlich spürte man allgemeine Erleichterung bei allen Teilnehmern. Die Richterin gab bekannt, dass, bis auf zwei Personen mit ihren Hunden, alle die BH-A Prüfung bestanden hatten. Frauchen hat mich gleich richtig geknuddelt. Wir bekamen dann einen Erinnerungspokal und eine schöne Urkunde, auf der besonders der Hund mit dem Heiligenschein ins Auge fiel :-) .

bestanden


Dann durften wir Hunde uns erst einmal richtig austoben. Hatten wir uns ja auch verdient! Schliesslich hatten wir unser Bestes gegeben :-)) Und das Ganze ja auch noch etwas mit speziellen Showeinlagen aufgepeppt. So einfallsreich müssen die Menschen erst einmal werden!

Nach dem Toben gings dann an die Verabschiedung und wir machten uns dann alle schnell auf den Heimweg, weil Orkantief "Jeanett" begann, uns fast umzublasen.

Zuhause angekommen, war natürlich auch bei meinem Herrchen die Freude gross und er gratulierte mir zu meinem bestandenen "Hundeabitur". BIN ICH JETZT IRGENDWIE SCHLAUER ALS VORHER? Fühle mich jedenfalls nicht anders!

War aber jedenfalls ein sehr aufregender Tag! Und das nicht nur für mich, sondern auch für mein Frauchen :-)))

Wir Beide danken ganz besonders dem 1. Agilityverein Landshut, dass wir dort trainieren dürfen! Auch "Danke" an Hildegard Weissauer, Ursula Wawerek und Babsi Huber, die uns die Grundlagen beigebracht haben.

Jetzt werden wir gemeinsam versuchen, das Erlernte noch zu vertiefen und uns an Obedience wagen. Natürlich wieder bei Magda, die eine Wahnsinnsgeduld hat und immer sooo schön erklärt. DANKE MAGDA!!!!!!!

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last update: 03.11.2002
erstellt: 2010.2002
© Copyright: Brigitte Pollag